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Inzucht führt auch bei Hunden zu Problemen
08.12.2021
Eine aktuelle Studie der University of California zeigt, dass die Inzuchtrate bei bestimmten Hunderassen bei etwa 25 Prozent liegt. Das entspricht ungefähr der genetischen Ähnlichkeit zwischen zwei Geschwistern. Die hohe Inzuchtrate zwischen den Hunden hat zur Folge, dass das Leben der Tiere durch massive gesundheitliche Probleme stark beeinträchtigt ist. „Daten von anderen Tierarten in Verbindung mit einer starken Veranlagung einer Rasse für komplexe Krankheiten wie Krebs und Autoimmunkrankheiten unterstreichen die Bedeutung einer hohen Inzuchtrate bei Hunden für deren Gesundheit“, erklärt Studienautorin Danika Bannasch von der University of California, Davis. Die Veterinärgenetikerin hat zusammen mit ihrem internationalen Team für ihre Analysen eine genetische Datenbank, welche die Ergebnisse kommerzieller DNA- Tests von knapp 50.000 Hunden aus insgesamt 227 Rassen enthält, genutzt. Die Wissenschaftlerinnen analysierten die durchschnittliche genetische Ähnlichkeit der Hunde innerhalb einer Rasse, um den Grad der Inzucht auf einer Prozentskala von 1 bis 100 zu bestimmen. In ihre Untersuchungen
ließen die ForscherInnen zudem Informationen aus einer Tierversicherungsdatenbank, insbesondere Versicherungsansprüche für nicht routinemäßige Tierarztbesuche, einfließen. Die Ergebnisse zeigten, dass brachycephale Rassen weniger gesund sind, ebenso spielte die Körpergröße der Tiere eine Rolle. „Unsere Studie hat gezeigt, dass Hunde, die kleiner sind und nicht durch Inzucht gezüchtet werden, viel gesünder sind als größere Hunde mit hoher Inzuchtrate", fasst Bannasch zusammen. Erfreulicherweise konnten die WissenschaftlerInnen auch Rassen mit niedrigen Inzuchtraten festmachen, darunter der Tamaskan, der Barbet und der Australian Labradoodle, ebenso Landrassen wie der Dänisch-Schwedische Farmhund, der Mudi und der Koolie. Die Autorinnen schließen ihre Arbeit mit einem Plädoyer für Züchterschulungen, die Überwachung des Inzuchtniveaus durch direkte Genotypisierungstechnologien und Auskreuzungen zur Erhöhung der genetischen Vielfalt, wie sie für einige Rassen bereits durchgeführt würden. Insgesamt sei ein sorgfältiges Management von Zuchtpopulationen nötig, so Bannasch abschließend.
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