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Aktionsbündnis fordert lückenlose Aufklärung des Fischsterbens in der Oder
19.08.2022
Ein Aktionsbündnis aus zehn Naturschutzorganisationen fordert angesichts des Massensterbens von Fischen in der Oder eine lückenlose und transparente Ursachenaufklärung sowie die Erarbeitung eines Aktionsplans zur Wiederherstellung der Oder. Dem Fluss seien bislang annähernd 140 Tonnen Fischkadaver entnommen worden. „Wir fordern von Politik und Verwaltung auf beiden Seiten der Oder, dass die Ursachen lückenlos aufgeklärt, schädigende Einflüsse wie der aktuell laufende Oder-Ausbau sofort gestoppt und ein umfassendes Sanierungskonzept für die Oder erstellt wird”, erklärte Florian Schöne, Geschäftsführer des Deutschen Naturschutzrings (DNR), stellvertretend für die beteiligten Organisationen. Analysen von Wasserproben durch das Brandenburger Landesumweltamt ergaben, dass sich die Werte im Fluss vom 7. August an dramatisch verändert hatten. So schnellten der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert, die Trübung und andere Werte schlagartig nach oben, während die Menge von Nitrat-Stickstoff deutlich abfiel. Laut eines gerade veröffentlichten Zwischenergebnisses des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei
(IGB) könnte eine Algenblüte mit giftiger Wirkung das massenhafte Fischsterben verursacht haben. ExpertInnen zufolge handelt es sich nicht um ein natürliches Phänomen, sondern um ein menschengemachtes Problem. In der vergangenen Woche hatte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki den Wiederherstellungszustand der Oder in ihren Ursprungszustand versprochen. „Wenn Morawiecki seine Aussagen ernst meint, müssen alle schädlichen Umwelteinflüsse sofort gestoppt werden – dazu gehören auch besonders die laufenden und geplanten Ausbauarbeiten im Fluss. Einer Erholung der Tier- und Pflanzenwelt durch Renaturierung des Flusses muss jetzt höchste Priorität eingeräumt werden”, so Schöne weiter. Die Öffentlichkeit müsse viel früher und mehrsprachig über Verunreinigungen der Oder informiert werden. Das „Aktionsbündnis lebendige Oder” kooperiert bereits seit Jahren mit polnischen und tschechischen Naturschutzverbänden in der Koalition „Zeit für die Oder”. Gemeinsames Ziel ist es, grenzübergreifend die Flusslandschaft der natürlichen Oder zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.
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