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Fälle von Animal Hoarding deutlich angestiegen
25.08.2022
Animal Hoarding, also das krankhafte Sammeln von Tieren, hat 2021 einen traurigen Rekord gebrochen. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes hervor, in der die vergangenen zehn Jahre verglichen werden. Demnach gab es im vergangenen Jahr 68 Fälle von Animal Hoarding mit über 4.200 betroffenen Tieren. Das stellt einen neuen Rekord dar. Fasst man die vergangenen zehn Jahren zusammen, kommen mehr als 30.000 gehortete Tiere in 437 Fällen zusammen. Es muss jedoch von einer sehr viel höheren Dunkelziffer ausgegangen werden. Besonders häufig werden Katzen gehortet. „Die Zahlen sind erschreckend. Hinter jedem einzelnen Fall steht unfassbares Tierleid: Während die Halter oft gar nicht merken, dass es ihren Tieren schlecht geht, sie möglicherweise immer noch weitere aufnehmen, hausen die Tiere auf begrenztem Raum in ihrem eigenen Urin und Kot, sind verwahrlost, unterernährt und krank. Völlig unkontrolliert pflanzen sie sich fort. In vielen Fällen bergen Tierschützer bei Rettungsaktionen tote Tiere“, sagt Nina Brakebusch, Fachexpertin für Animal Hoarding beim Deutschen Tierschutzbund. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Fälle etwa verdreifacht. Auch die Zahl der betroffenen Tiere ist seitdem deutlich angestiegen.
Ob tatsächlich vermehrt Tiere gehortet werden oder ob mehr Fälle aufgedeckt werden, weil Behörden und Bevölkerung sensibilisierter sind, ist unklar. Für Tierheime, die derzeit mit steigenden Kosten und Abgaben von „Corona-Tieren“ zu kämpfen haben, stellt die Versorgung von beschlagnahmten Tieren aus Animal Hoarding-Fällen eine enorme zusätzliche Belastung dar. Als Dachverband fordert der Tierschutzbund dafür bessere finanzielle Unterstützung durch die Kommunen. Das Problem langfristig eindämmen könne nur eine Heimtierschutzverordnung mit eindeutigen Vorgaben für Zucht und Haltung einzelner Tierarten und verpflichtendem Sachkundenachweis. Zudem würde ein übergreifendes Zentralregister für auffällig gewordene Tierhalter den Behörden helfen, gegen Hoarder vorzugehen. Weiterhin setzen sich die Tierschützer für die Anerkennung von Animal Hoarding als Krankheitsbild ein. Dadurch bekämen betroffenen Personen bessere Therapiemöglichkeiten, die zwingend notwendig sind, um Rückfälle zu vermeiden. Denn ohne entsprechende Therapien liegt die Rückfallquote bei annähernd hundert Prozent, so der Deutsche Tierschutzbund. Um Probleme des Tierschutzes geht es auch in der Online-Fortbildung von ATF und der TiHo Hannover am 1. und 2. September 2022.
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