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Wasserdampf beschädigt Proteine in Pferdefutter
29.11.2022
Um Heu von Pilzsporen, Staub und schädlichen Mikroorganismen zu befreien, wird es mit heißem Wasserdampf behandelt. Damit werden allerdings auch wichtige Proteine beschädigt, was sie damit für Pferden schwer verdaulich macht. Wie eine Studie der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg (MLU) belegt, gehen durch die Dampfbehandlung auch wichtige Aminosäuren verloren, da diese dann nicht mehr im Dünndarm verdaut werden. Das kann bei den Tieren zu Mangelerscheinungen führen und unter anderem das Wachstum oder den Muskelaufbau beeinträchtigen. „Viele Pferde leiden unter Lungenproblemen wie Asthma. Durch die Bedampfung ist das Heu quasi frei von lebenden Mikroorganismen und Partikeln, die beim Fressen eingeatmet werden und in der Lunge Schaden anrichten können. Damit ist es theoretisch ein sehr gutes
Futter", sagt Prof. Dr. Annette Zeyner vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Die durch den Wasserdampf zerstörten Proteinbestandteile jedoch sind für Pferde essenziell und sie können auch nicht über den Dickdarm aufgenommen werden, so Zeyner weiter. Durch die Behandlung reduzierte sich den Analysen der Forschenden zufolge der Anteil an für den Dünndarm verfügbarem Protein um fast die Hälfte. Besonders für heranwachsende Pferde oder säugende Stuten kann ein Mangel an Proteinen zu Problemen führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, empfiehlt die Wissenschaftlerin PferdehalterInnen, die Nahrung der Tiere zum Beispiel mit proteinreichem Futter wie Bierhefe und Sojaschrot oder aber hochwertigen proteinreichen Ergänzungsmitteln für Pferde anzureichern.
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