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Berliner Zoo bleibt nach Geflügelpest-Ausbruch geschlossen
02.12.2022
Nach einem Ausbruch der Aviären Influenza (AI) im Berliner Zoo musste das gesamte Gelände für Gäste geschlossen werden. Die Betreiber haben die Maßnahme ergriffen, um die anderen Vogelbestände des Zoologischen Gartens auf mögliche Infektionen mit dem Erreger zu testen. Der Berliner Zoo verfügt über einen der größten Vogelbestände Europas. Am 18. November 2022 wurde die Erkrankung bei einem Hammerkopf nachgewiesen. Danach wurden Proben der Vögel genommen, die im direktem (86 Tiere) oder indirektem (235 Tiere) Kontakt zu dem infizierten Vogel hatten. Eine Probenentnahme aller Vögel im Bestand des Zoo Berlin wurde zudem in die Wege geleitet Die erste Testrunde ergab glücklicherweise keine weiteren positiven AI-Nachweise. Allerdings stehen derzeit noch Ergebnisse aus. „Wir sind zunächst erst einmal froh, dass es sich bei dem infizierten Hammerkopf bislang um einen Einzelfall handelt. Dennoch sind wir uns bewusst, dass die aktuelle EU-weite Rechtslage nur wenig Handlungsspielraum lässt“, beschreibt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem den Ernst der Lage. „Bevor wir uns über das Thema Öffnung des Zoo Berlin Gedanken machen können, gilt es also zunächst, eine Katastrophe für unsere
Vögel und den Zoo abzuwenden. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, eine Ausnahmegenehmigung für unseren einzigartigen Vogelbestand zu bekommen“, ergänzt Knieriem. Die EU-Verordnung sieht vor, dass beim Auftritt eines positiven Falles der aviären Influenza die Tötung des gesamten Vogelbestandes erfolgen muss. Das beträfe nicht nur Hühner, Gänse und Enten, sondern auch alle übrigen Vogelarten wie Brillenpinguine, James-Flamingos und Hyazinth-Aras. Veterinärreferent Dr. Torsten Nöldner von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz ergänzt: „Es gab im Februar und März 2022 bereits 26 Fälle von Aviärer Influenza bei verendeten Wildvögeln in Berlin. In diesem Winter ist dies der erste bekannte Fall Berlin und Brandenburg. Unser oberstes Ziel muss weiterhin sein, eine Ausbreitung und die Einschleppung in andere Vogelbestände zu verhindern.“ Auch in Mecklenburg-Vorpommern macht die AI den Haltern seltener Geflügelrassen zu schaffen. Auch sie müssen ihre Tiere im Falle eines Ausbruchs töten lassen. In Großbritannien sind laut einem Branchenverband bereits mehr als die Hälfte der im Freien gehaltenen Truthähne verendet oder mussten gekeult werden.
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