Die Haltung von Papageien in Privathaltungen ist problematisch und umstritten. Dennoch ist es wichtig, dass die Tierhalter:innen einschätzen kann, ob es dem Papageien gut geht. Deshalb haben Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) und der Universität Utrecht (Niederlande) das Tool PsittaWel entwickelt. Ziel ist es, Tierhalter:innen zu helfen, das Wohlbefinden ihrer Papageien fundiert einzuschätzen und besser zu verstehen. PsittaWel wurde über vier Jahre hinweg gemeinsam mit einem internationalen Expertengremium erarbeitet – darunter Forschende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie zertifizierte Verhaltensberater:innen mit Schwerpunkt Tierschutz und Papageien.
Das Tool umfasst 75 Fragen in acht Abschnitten und deckt zentrale Aspekte des Papageienwohls ab, darunter körperliche Verfassung, Haltungsumgebung, soziale Interaktionen, Verhalten, Ernährung und tägliches Management.
Yvonne van Zeeland (Universität Utrecht) betont, dass PsittaWel kein Ersatz für professionelle Unterstützung ist: „Das Instrument soll die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zertifizierten Verhaltensberaterinnen und -beratern ergänzen, nicht ersetzen. Fachliche Begleitung bleibt für Gesundheit und Wohlergehen von Papageien unerlässlich, insbesondere bei Sorgen oder Problemen.“
Papageien gehören zu den häufigsten Heimtieren, leiden jedoch oft unter Verhaltens- und Gesundheitsproblemen, da ihre komplexen Bedürfnisse schwer zu erfüllen sind. Nach Einschätzung der Forschenden kann das Tool dazu beitragen, diese Herausforderungen sowohl für aktuelle als auch für potenzielle Betreuende besser zu erfassen. Gleichzeitig stellen die Entwickler klar, dass sie weder die die Haltung von Papageien als Heimtiere weder fördern noch rechtfertigen möchten. Ethische Fragen zur Gefangenschaft seien und blieben wichtig, und weitere Forschung zum Wohl von Papageien sei unerlässlich.
