Die Frühlingssonne und die zunehmende Tageslichtdauer lassen das Gras auf den Weiden wachsen. Das heißt auch, dass die Weidesaison für Pferde bald beginnt. Um Erkrankungen des Verdauungsapparates und auch Hufrehe zu vermeiden, sollten die Pferde jedoch langsam und vorsichtig über mehrere Tage angeweidet werden. Denn die Kombination aus warmen Tagen und kalten Nächten führt dazu, dass das Weidegras besonders viel Zucker enthält. Das Risiko von Koliken und Hufrehe kann abgemildert werden, in dem die Pferde zuerst ausreichend Heu erhalten, bevor sie auf die Weide gelassen werden.
Da die Tiere am Anfang nach dem Winter nur 10 Minuten grasen sollten, ist ein Anweiden an der Hand ratsam. Die Weidezeit sollte dann langsam Tag für Tag um 5-10 Minuten gesteigert werden. Wichtiger als die Dauer ist hier vor allem die Regelmäßigkeit! Am Anfang der Zweiten Woche können die Sprünge dann 20-30 Minuten sein. Das ist immer aber auch von der Region und somit von der Qualität der Weiden sowie vom Anweidezeitpunkt abhängig. Kurzes Gras hat einen proportional höheren Zuckergehalt als kniehohes, wachsendes Gras. Die Weidehöhe sollte daher am Anfang mindestens 10 cm betragen Zudem variiert der Fruktangehalt im Gras. Dieser ist nachmittags sowie nach frostigen Nächten am höchsten. Deshalb sollten die Pferde am besten vormittags anweiden und nach Nachtfrösten eher pausieren oder kürzer grasen.
Zeigen sich Unruhe, Blähbauch oder weicher Kot, sollte die Weidezeit auf keinen Fall gesteigert, eher wieder reduziert und die Fütterung durch Heu im Vorfeld ergänzt werden. Kraftfutter sollte in dieser Phase weniger gefüttert werden, da frisches Gras bereits viel Eiweiß und Energie enthält. Bei Ponys, übergewichtigen und/oder alten Tieren oder Pferden mit Rehe-Vorgeschichte ist besondere Vorsicht geboten, insbesondere solange die Nächte noch so kalt sind. Für diese Tiere sind kürzere Weidezeiten und längere Pausen empfehlenswert. Zudem müssen die Tiere gut beobachtet und Warnzeichen wie Schwitzen, Wälzen oder ausbleibender Kot müssen ernst genommen und tierärztlich abgeklärt werden.
Zudem sollten die Tiere regelmäßig bewegt werden, allerdings nicht überbeansprucht. Pferde, die im Winter wenig gearbeitet wurden, sind langsam wieder anzutrainieren.
