Projekt verdeutlicht Ausmaß von Animal Hoarding

Das Animal Hoarding hat in Deutschland problematische Ausmaße angenommen. Das machen die Ergebnisse eine aktuellen Forschungsprojekts deutlich. Gemeinsam mit dem Bundesverband der beamteten Tierärzte, der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden und dem Verein TierSucht hat der Deutsche Tierschutzbund dieses interdisziplinäre Projekt durchgeführt und damit erstmals verlässliche, bundesweite Zahlen veröffentlicht.

Gemäß aktueller Informationen der beteiligten Veterinärbehörden wurde  im Jahr 2023 durchschnittlich ein Fall von Animal Hoarding pro Tag mit 47,5 Tieren pro Fall gemeldet. Dabei waren drei Viertel der Hoarder den Behörden bereits bekannt, davon über ein Viertel durch frühere Fälle von Tiersammelsucht.

„Das Forschungsprojekt macht die tatsächlichen Dimensionen von Animal Hoarding deutlich und zeigt, dass wir das Problem an der Wurzel angehen müssen. Auch, wenn die Beschlagnahmung der Tiere akutes Tierleid beendet, beginnt der Kreislauf immer wieder von vorn, wenn betroffene Menschen keine passende Unterstützung erhalten. Genau deshalb brauchen wir jetzt ein Umdenken in Politik und Praxis“, sagt Nina Brakebusch, Leiterin des Forschungsprojekts beim Deutschen Tierschutzbund.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Animal Hoarding weiterhin ein gravierendes Tierschutzproblem bleibt, und dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. So sollen im Rahmen des Forschungsprojekts auch die psychologischen und biografischen Ursachen untersucht werden. Ziel ist es, Präventionsmaßnahmen und Leitlinien für Veterinärbehörden, Sozialarbeit und weitere beteiligte Berufsgruppen zu entwickeln.

Deutscher Tierschutzbund
 

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